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Naturschutz auf dem Friedhof

Waldfriedhof Dachsberg-Projekt

Mit rund 800 Millionen Besuchern jährlich gehören Friedhöfe zu den meistgenutzten städtischen Grünanlagen in Deutschland. Diese Entwicklung mit naturschutzbezogener Planung zur Gestaltung und Nutzung der vorhandenen Fauna und Flora zu unterstützen und zu fördern, ist das Ziel eines Projektes des ESN (Ergebnisbezogener Schutz der Natur).

Das "Waldfriedhof Dachsberg-Projekt" des ESN zusammen mit der Stadt Kamp-Lintfort ist eine Initiative im Rahmen der lokalen Agende 21 und beinhaltet zwei Hauptpunkte:

Zum einen geht es um den primären, direkten Naturschutz. Dazu gehören die möglichst genaue Bestandsaufnahme, Kartierung, Überwachung und Förderung der vorhandenen Artenvielfalt, sowie die Ansiedlung von Tag- und Nachtgreifen. Zum anderen geht es um den sekundären, indirekten Naturschutz, also die Aufklärung und Information durch punktuell angebrachte Info-Tafeln vor Ort und die direkte Einbeziehung der Bevölkerung und Schulen.

Mit der Ansiedlung verschiedener Tag- und Nachtgreifarten auf dem Waldfriedhof Dachsberg soll die Möglichkeit einer verstärkt natürlichen Regulierung/Verringerung bestimmter "Schädlinge" wie Wühlmäuse oder Tauben erprobt werden. Für den Waldkauz wurden vom ESN eigens zu diesem Zweck besondere Nistkästen entwickelt und mit Erfolg an verschiedenen Punkten des Friedhofs aufgehängt. Analysen der gefundenen Gewölle sollen einerseits das Nahrungsspektrum des Nachtjägers aufzeigen und zum anderen einen Einblick in das Kleinsäugervorkommen des Waldfriedhof Dachsberg geben. Für Bussard und Habicht wurden Weidenkörbe als Nisthilfen an ausgesuchten Stellen des Waldfriedhof Dachsberg in den Kronen hoher Bäume angebracht. Ob und inwieweit die Ansiedlungsversuche und die damit erhoffte "natürliche Schädlingsreduzierung" erfolgreich sein wird und somit auch einen friedhofsbezogenen Nutzen bringt, wird die Zukunft zeigen. Punktuell angebrachte Bildtafeln sollen Besuchern des Waldfriedhof Dachsberg darüber hinaus auf die vorhandene Artenvielfalt, biologische Abläufe und Zusammenhänge hinweisen, Interesse und Neugier wecken, sowie Wissen und Verständnis vermitteln.

Kontakt

Kempkens, Nicole

Telefon: 0 28 42 / 9 43 49-2