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benötigte Unterlagen

  • eventuell Ablehnungsbescheid der Pflegekasse

Inhalt

Pflegekassenleistungen (Beratung)

Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in einer Pflegekasse und das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit für voraussichtlich mindestens sechs Monate, was durch den Medizinischen Dienst der Pflegekassen festgestellt wird.

Anträge auf Pflegeeinstufung hält Ihre zuständige Krankenkasse für Sie bereit.

Nach der Prüfung durch den Medizinischen Dienst erhalten Sie den Bescheid von Ihrer zuständigen Pflegekasse.

Ambulante Pflegeleistungen

Die Leistungen der Pflegeversicherung richten sich nach der Schwere der Pflegebedürftigkeit. Der Pflegebedürftige kann zwischen folgenden Leistungen wählen:

Pflegesachleistung durch einen ambulanten Pflegedienst

Pflegebedürftige die zu Hause gepflegt werden, erhalten Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung als Sachleistung. Sie wird durch geeignete Pflegedienste erbracht, die von den Pflegekassen zugelassen sein müssen. Die ambulanten Dienste rechnen ihre Leistungen direkt mit den Pflegekassen ab.
Bei der Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen haben Pflegebedürftige laut Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz die Möglichkeit statt verrichtungsbezogener Leistungskomplexe (z.B. kleine Grundpflege oder große hauswirtschaftliche Versorgung) Zeitkontingente zu wählen, in welchen vereinbarte Leistungen durch den Pflegedienst erbracht werden sollen.

Gesamtwert der Leistungen:

  • Pflegestufe 1 450,00 € monatlich
  • Pflegestufe 2 1.100,00 € monatlich
  • Pflegestufe 3 1.550,00 € monatlich
Pflegegeld

Statt der professionellen häuslichen Pflegehilfe, können Pflegebedürftige auch die Geldleistungen beantragen. Das setzt voraus, dass die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung von einer Pflegeperson eigener Wahl sichergestellt wird (zum Beispiel Ehepartner, Nachbarn, Familienangehörige). Pflegebedürftige die Pflegegeld beziehen sind verpflichtet, in den Stufen 1 und 2 mindestens einmal halbjährlich und in der Stufe 3 mindestens einmal vierteljährlich einen Beratungsbesuch durch einen anerkannten ambulanten Pflegeanbieter abzurufen (Qualitätssicherungsbesuch). Die Kosten für diesen Einsatz trägt die Pflegekasse.

Beträge Pflegegeld:

  • Pflegestufe 1 235,00 € monatlich
  • Pflegestufe 2 440,00 € monatlich
  • Pflegestufe 3 700,00 € monatlich
Kombination von Geld- und Sachleistungen

Die Pflegebedürftigen können die nötigen Hilfen nach ihren persönlichen Bedürfnissen auch kombinieren. Es können zum Beispiel 40 % der Geldleistung und 60 % der Sachleistung gewählt werden.

Betreuungsleistungen

Neben der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung sollen Pflegedienste ab 2013 auch gezielt reine Betreuungsleistungen (Hilfen bei der Alltagsgestaltung, z.B. Spazierengehen) anbieten können. Zur Inanspruchnahme von Betreuungsleistungen wird die Sicherstellung der Grundpflege (Hilfen bei Körperpflege, Mobilität, Ernährung) und hauswirtschaftlichen Betreuung (z.B. Kochen, Putzen) vorausgesetzt. Erst nach Sicherstellung können ggf. verbleibende Beträge für die reinen Betreuungsleistungen verwendet werden.

Leistungen bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz, geistige Behinderung, psychische Erkrankung

Bisherige Leistungen für die ambulante Versorgung Demenzkranker werden durch das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz ab dem 01.01.2013 erhöht. Wo bisher lediglich ein Betrag in Höhe von monatlich 100 € (Grundbetrag) bzw. 200 € (Erhöhungsbetrag) je nach Krankheitsstadium für die Betreuung an Demenz erkrankter Menschen abgerufen werden konnte, ist es nunmehr erstmals möglich auch schon bei Pflegestufe 0 neben diesen Leistungen Pflegegeld (120 €) oder Pflegesachleistungen (bis zu 225 €) in Anspruch zu nehmen.
In der Pflegestufe I wird der Betrag für Pflegegeld um 70 € auf 305 € und die Pflegesachleistung um 215 € auf 665 € aufgestockt. In der Pflegestufe II wird der Betrag für Pflegegeld um 85 € auf 525 € und die Pflegesachleistung um 150 € auf 1.250 € aufgestockt.

PflegestufeBetreuungsleistungen
Keine Änderungen ab 2013
Pflegegeld
bis 2012
Pflegegeld
ab 2013
Pflegesachleistung
bis 2012
Pflegesachleistung
ab 2013
Pflegestufe 0100 € bzw. 200 €0 €120 €0 €bis 225 €
Pflegestufe I235 €305 €bis 450 €bis 665 €
Pflegestufe II440 €525 €bis 1.100 €bis 1.250 €
Pflegestufe III700 €700 €bis 1.550 €bis 1.550 €

Für Menschen ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz bleiben die bis 31.12.2012 geltenden Beträge maßgeblich.

Verhinderungspflege / Kurzzeitpflege

Bei Urlaub, Krankheit oder sonstiger Verhinderung der Pflegeperson kann für maximal 4 Wochen pro Jahr eine Ersatzpflege beansprucht werden. Diese Ersatzpflege kann in einer stationären Kurzzeitpflegeeinrichtung erbracht werden, oder von einer privaten Person in der häuslichen Umgebung. Wenn diese Ersatzpflegekraft in der häuslichen Umgebung nicht mit der pflegebedürftigen Person verwandt oder verschwägert ist (bis 2. Grad) leistet die Pflegekasse entweder Betrags- oder tagemäßig maximal bis zur Höhe von 1.550 €. Die gleiche Summe steht auch für die stationäre Kurzzeitpflege zur Verfügung.

Detaillierte Fragen beantwortet Ihnen gerne Ihre zuständige Pflegekasse.

Teilstationäre Pflege / Tages- und Nachtpflege

Pflegebedürftige haben Anspruch auf teilstationäre Pflege in Einrichtungen, wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann.

Gesamtwert der Leistungen:

  • Pflegestufe 1 450,00 € monatlich
  • Pflegestufe 2 1.100,00 € monatlich
  • Pflegestufe 3 1.550,00 € monatlich
  • In Härtefällen bis zu 1.918,00 € monatlich

Zusätzlich können Pflegebedürftige anteilig Geld- oder Sachleistungen erhalten, wenn der für die jeweilige Pflegestufe vorgesehene Höchstwert der Pflegesachleistung nicht voll ausgeschöpft wurde.

Pflegehilfsmittel

Die Kosten für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Einlagen, Einmalhandschuhe, oder Desinfektionsmittel werden bis zu 31,00 € pro Monat übernommen. Technische Hilfsmittel wie Krankenbetten, Rollstühle oder Hebegeräte werden in der Regel leihweise zur Verfügung gestellt.

Wohnraumanpassung

Um die Wohnung des Pflegebedürftigen an die individuellen oder pflegerischen Erfordernisse anzupassen, können von der Pflegekasse Um- oder Einbauten bis zu 2.557,00 € pro Maßnahme bezuschusst werden. Der Zuschuss in Höhe von 2.557 € kann nunmehr aber auch schon bei Pflegestufe 0 in Anspruch genommen werden, wenn eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz anerkannt wurde. Diese Leistung erfordert einen entsprechenden Antrag mit Kostenvoranschlag vor Maßnahmebeginn bei der zuständigen Pflegekasse.

Pflegekurse

Für Pflegepersonen werden unentgeltliche Pflegekurse von den Pflegekassen angeboten, in denen die Grundkenntnisse der häuslichen Pflege vermittelt werden.

Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson

Die Pflegekassen leisten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, wenn die Pflegeperson regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist.

Voraussetzung für eine rentenversicherungsrechtliche Absicherung der pflegenden Angehörigen ist eine Mindestpflegeaufwendung von 14 Stunden pro Woche. Ab 2013 kann dieser Aufwand auch durch Summierung des Pflegeaufwandes von 2 oder mehr Pflegebedürftigen mit mindestens der Pflegestufe I erreicht werden, auch wenn die Versorgung der Einzelpersonen unter 14 Stunden liegt.

Für Pflegepersonen besteht auch ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz (bei der Pflege, der Haushaltsführung oder bei Besorgungen) bei mehr als 14 Stunden wöchentlicher Pflege. Pflegepersonen, die nach der Pflegetätigkeit in das Erwerbsleben zurückkehren wollen, haben unter Umständen Anspruch auf Unterhaltsgeld nach dem 3. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB III). Die hierzu erforderliche Prüfung erfolgt durch das zuständige Arbeitsamt.

Der Abschluss einer privaten Pflege-Zusatzversicherung wird ab 2013 mit einem Betrag in Höhe von 5 € im Monat durch den Staat bezuschusst, solange der Versicherungsbeitrag mindestens 120 € jährlich beträgt. Die Versicherungsunternehmen dürfen aufgrund gesundheitlicher Risiken keinen Antragsteller ablehnen.

Vollstationäre Pflege

Wenn häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist oder wegen der Besonderheit des Einzelfalls nicht in Betracht kommt, haben Pflegebedürftige Anspruch auf Pflege in einer stationären Einrichtung.

Gesamtwert der Leistungen:

  • Pflegestufe 1 1.023,00 € monatlich
  • Pflegestufe 2 1.279,00 € monatlich
  • Pflegestufe 3 1.510,00 € monatlich
  • In Härtefällen bis zu 1.918,00 € monatlich

Die Pflegekassenleistungen werden direkt an die stationären Pflegeeinrichtungen gezahlt.