Inhalt

Booshaftigkeiten

08.03.2017

Karikaturen aus dem Nachlass des Kamp-Lintforter Zeichners und Karikaturisten Hans Boos

Selbstportrait Hans Boos
Hans Boos im Selbstportrait


Die erste Ausstellung in der neuen Mediathek ist eine Retrospektive auf das Werk eines bekannten Kamp-Lintforter Zeichners: Hans Boos. Er zeichnete in aufwendiger und filigraner Technik mit Tusche naturgetreue Bilder: Ansichten von Zechenanlagen, Industriegebäude, Häuser aus Bergmannssiedlungen, Stadtansichten, Windmühlen, Schlösser, Portraits, Tierbilder, und vieles mehr. Seine Zeichnungen erinnern an Wilhelm Busch, weshalb er auch gerne der „Wilhelm Busch vom Niederrhein“ genannt wurde. Vor etwa 15 Jahren stellte der Künstler in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort erstmals einem öffentlichen Publikum seine Karikaturen vor. Danach wurde er oft zu Ausstellungen gebeten und seine Karikaturen fanden sich in vielen Publikationen.

Wolfgang Schupke und Boos‘ Tochter Nina haben einige dieser hervorragenden Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers ausgewählt und zur ersten Ausstellung zusammengefügt. Auch das Leben des Zeichners wird in dieser Ausstellung vorgestellt.

Der Maler wurde 1930 in der Kolonie (Altsiedlung) in Kamp-Lintfort geboren. Bereits in der Schule fiel Hans Boos durch seine zeichnerische Begabung auf. Nach Kriegsende studierte er bis 1949 auf der Kunstgewerbeschule in Krefeld Grafik-Wissenschaften. Die anschließende Suche nach einer adäquaten Beschäftigung als Grafiker blieb jedoch erfolglos und beschränkte sich auf Gelegenheitsarbeiten. Aus der Not heraus ist Hans Boos schließlich als Bergmann auf der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort angefahren.

Trotz dieser schweren Arbeit zeichnete er in seiner Freizeit sehr viel, unter anderem Karikaturen und lustige Bergbaugeschichten, aber auch  Bergwerke, die schon in vielen Ausstellungen im Ruhrgebiet, und darüber hinaus, als hervorragende Kunstwerke zu sehen waren.

Hans Boos verstarb 2007 nach kurzer schwerer Krankheit unerwartet im Alter von 77 Jahren.

Weitere Informationen: Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Mediathek Kamp-Lintfort, Freiherr-vom-Stein-Str. 26, 47475 Kamp-Lintfort, vom 04. März bis 31. März 2017 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

(Presseinformation der Stadt Kamp-Lintfort vom 08.03.2017, www.kamp-lintfort.de)

Kontakt

Gebauer, Katharina

Telefon: 0 28 42 / 9 27 95-21