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Rathausquartier - Entwurf zum Umbau des öffentlichen Raumes

Rathausplatz - Rathauspassage - Kamperickstraße

Entwurfsplanung Rathausquartier

Erste Planungen zur Umgestaltung des Rathausquartiers erfolgten im März 2014 in einer Planwerkstatt. Aus vier Entwürfen wählte das Preisgericht das städtebauliche Entwicklungskonzept „Grüner Salon“ der Büros scheuvens + wachten und scape Landschaftsarchitekten aus. Laut Preisgericht zeichnet sich der Entwurf durch seine sehr gut angepasste Maßstäblichkeit und die Gestaltung hochwertiger Aufenthaltsräume sowie die Betonung einer neuen Freiraumstruktur und -qualität in der Innenstadt aus. Auf Grundlage dieses städtebaulichen Entwicklungskonzeptes wurde die Maßnahme „Neues Rathausquartier“ in die Städtebauförderung des Landes NRW aufgenommen. Wesentliche Bausteine der Förderung sind der Abriss der Bunten Riesen und die Umgestaltung des öffentlichen Raumes. Für die weitere Planung zur Umgestaltung des Freiraums wurde das Siegerbüro scape Landschaftsarchitekten mit der weiteren Vorplanung beauftragt.

Die Ziele der Umgestaltung sind:

  • Erarbeitung eines standortgerechten und zukunftsfähigen Nutzungskonzeptes
  • Einbindung in eine Rahmenplanung für das gesamte Rathausquartier
  • Schaffung von Aufenthaltsqualität
  • Schaffung großzügiger Flächen für eine größtmögliche Flexibilität zur Nutzung  des Platzes für verschiedene temporäre Veranstaltungen.

Mit dem Rückbau der Wohnanlage an der Markgrafenstraße („Bunte Riesen") ergibt sich die Chance, das Rathausquartier als zentralen Ort für das öffentliche Leben der Stadt Kamp-Lintfort neu zu definieren. Die Aufwertung der Freiräume, die an das bereits arrondierte Umfeld Moerser Straße und Prinzenplatz anschließen, betont die Bedeutung des Rathauses und kann zum Impulsgeber für das gesamte Quartier werden.

Zentrales Element des Konzeptes ist der zukünftige Rathausplatz mit dem Rathauspark. Mit einer großzügigen Rasenfläche entsteht hier ein grüner Ruhepol in Zentrumsnähe. In Nord-Süd-Richtung wird die Kamperdickstraße zur wichtigen Verbindungsachse zwischen Stadt und Umland, während die Passage durch die Neustrukturierung des Rathaus-Centers und die Umsiedlung der Mediathek eine neue funktionale Fassung erfährt.

Kamperdickstraße

Die Kamperdickstraße wird zum Rückgrat des neuen Quartiers. Aus der Innenstadt bekannte Gestaltungsprinzipien werden aufgegriffen und an die örtlichen Bedingungen angepasst: eine Allee teilt den Raum in breite Fußgängerflächen aus rotem Klinker entlang der Gebäude, während in der Mitte der Achse eine Fahrbahn für den Radverkehr entsteht. Getrennt werden diese Bewegungsräume durch Ausstattungsbänder in Betonstein, auf denen Laternen und Fahrradständer angeordnet sind. Bereiche, die für den motorisierten Verkehr befahrbar sind, werden in Anthrazit hervorgehoben. Dies betrifft zum einen die Überfahrt von der Hardenbergstraße in die Freiherr-vom-Stein-Straße, sowie den nördlichen Bereich. Hier werden zudem 17 PKW-Stellplätze und zwei Behindertenstellplätze angeboten. Das Sparkassengebäude wird mit einer pflegeleichten Graspflanzung eingefasst, die besonders die Glasarchitektur des Sparkassenanbaus betont.

Rathausplatz und -park

Blick zum Rathauspark

Durch Einlage eines Betonsteinteppichs entsteht vor dem Haupteingang des Rathauses eine großzügige Platzfläche, die über wenige Treppenstufen auf die etwas tiefer liegende Rasenfläche führt. Ein Baumrahmen fasst diesen Bereich als eigenständige, räumliche Einheit und gibt der Anlage intimeren Charakter, ohne soziale Kontrolle zu unterbinden. Skulptural anmutende Freiraummöbel an der östlichen Kante der Rasenfläche bieten Platz zum Sitzen und Liegen und können zum attraktiven Treff- und Aufenthaltspunkt für die Mittagspause für Beschäftigte in der Innenstadt werden. Der markanten, gläsernen Ratssaalarchitektur des Rathauses wird eine Wassertreppe auf der anderen Seite der Parkanlage gegenübergestellt. Dieser Brunnen verleiht der Parkanlage einerseits einen repräsentativen Charakter, und ist andererseits ein attraktives, bespielbares Element. So besteht der Brunnen aus einem 1-2 cm hohen Wasserfilm, der über zwei Stufen fließt und durch Trittsteine zu Erkundungstouren einlädt. Höhere Staudenpflanzungen ergänzen die Parkanlage zu den Rändern hin und bringen einen zusätzlichen Blühaspekt.

Passage

Blick in die Rathauspassage (Entwurfszeichnung)

Die Passage wird größtenteils von Möblierung freigehalten. Das rote Klinkerpflaster aus der Innenstadt wird auch hier aufgegriffen und im Läuferverband verlegt genutzt, um die Linearität des Raums zu unterstreichen. Durch das Einmischen dunklerer und hellerer Klinkersteine entsteht ein Teppichmuster, das hier zum gestalterischen Hauptelement wird. Nachts wechselt der Raum wieder sein Gesicht, wenn das Licht schlichter LED-Kuben dem Raum eine besondere Atmosphäre verleiht.

 

 

 

 

Vorplatz Einkaufszentrum

Blick Eingang Rathauscenter (Entwurfszeichnung)

Durch die Verlegung des Eingangs Rathaus-Center auf die süd-östliche Ecke des Gebäudekomplexes erhält die Platzsituation westlich der zentralen Achse neue Bedeutung. Durch das sukzessive Anpassen der Pflasterfarbmischung vom reinen roten Verband der Kamperdickstraße zum farblich durchmischten Verband der Passage, wird der Eingang in die Passage besonders inszeniert. Eine Betonsteinintarsie mit Sitzelementen und mehrstämmigen Bäumen greift sowohl im Pflaster als auch in der Ausstattung Themen des Rathausparks wieder auf. So entsteht eine gestalterische Klammer, die aber an den einzelnen Plätzen einen eigenständigen Charakter herausarbeitet.

 

 

Vorplatz Mediathek

Blick zur Mediathek (Entwurfszeichnung)

Der Platz am neuen Standort der Mediathek bildet den Abschluss des Rathausquartiers zum Prinzenplatz. Hier wird der Übergang vom Muster der Passage zum dunklen Betonstein des Prinzenplatzes vollzogen. Die mächtigen Platanen bleiben erhalten und werden von einem Sitzpodest gerahmt. Für kleine Veranstaltungen, wie Lesungen oder Musikdarbietungen, kann die Platzfläche zukünftig aus der Mediathek bestuhlt werden, während Podest unter den Bäumen als Bühne dienen.