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Rückbau Weiße Riesen

Größte Herausforderung des Stadtumbaus in Kamp-Lintfort waren die sogenannten Weißen Riesen. Dabei handelte es sich um drei bis zu 16-geschossige Wohnhochhäuser mit einer maximalen Gebäudehöhe von ca. 60m, die Anfang der 1970er Jahre im südöstlichen Teil der Innenstadt erbaut wurden und seither das Stadtbild über viele Jahre hinweg prägten. Dochnicht allein aufgrund der den Maßstab sprengenden Bauformen stellten die weißen Riesen einen gravierenden städtebaulichen Missstand dar. Zwei der drei Hochhäuser standen bereits seit Jahren leer, immer stärker auftretende nutzungsstrukturelle Probleme in diesem Bereich gingen mit dieser Entwicklung einher und drohten mehr und mehr auch auf andere Teile der Innenstadt überzugreifen. Unter dem Aspekt der Vermarktung und Wiedernutzung wurde für die leerstehenden Wohnungen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung keine Entwicklungsperspektive mehr gesehen. Dies begründete die Bestrebungen der Stadt, die gesamte Bebauung oder Teile von ihr im Rahmen des Stadtumbaus rückzubauen, um eine attraktivere Nutzung der Fläche zu ermöglichen.

Schwierige Eigentumsverhältnisse und enorme Kosten der Baureifmachung, insbesondere für einen Rückbau der Hochhäuser, verhinderten in der Vergangenheit jede städtebauliche Entwicklung an dem Standort. Erst durch das Förderprogramm Stadtumbau West eröffnete sich hier erstmals eine  Entwicklungsperspektive. So konnten im Oktober 2009 bereits zwei der drei Wohntürme abgerissen werden. Der letzte verbleibende „Riese“ wurde kurz vor Weihnachten 2010 gesprengt.
Das grundsätzliche Ziel für die Weißen Riesen, das Areal städtebaulich zu entwickeln und einer neuen innerstädtischen Nutzung zuzuführen, wurde bereits im Innenstadtentwicklungskonzept formuliert. Im Rahmen einer im März 2006 durchgeführten Planwerkstatt wurde dieses Ziel planerisch und konzeptionell weiter konkretisiert. Dabei wurden alternative städtebauliche Lösungsansätze für das Areal aufgezeigt und in Betracht kommende Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Auf Grundlage des zum Abschluss der Planwerkstatt von der Empfehlungskommission ausgewählten Entwurfs der Raumwerk-Architekten aus Frankfurt erfolgte eine Ausarbeitung des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.

Im Rahmen eines RAW-Wettbewerbes waren seit Anfang August 2008 sechs ausgewählte Architekturbüros damit beschäftigt, für das Gelände der Weißen Riesen ein qualitätsvolles Bebauungs-, Nutzungs- und Gestaltungskonzept zu entwickeln. Es galt für das beabsichtigte Einkaufszentrum am Standort geeignete Baukonturen zu finden, die sich städtebaulich in die Umgebungsbebauung einfügen. Ebenso waren qualitätsvolle Fassadenkonzepte gefragt. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass das Einkaufszentrum Impulse und Ausstrahlungseffekte für die gesamte Innenstadt bietet. Der Bezug zur Moerser Straße und zum Verkehrspavillon waren wichtige Aspekte. Erwartet wurden zudem Aussagen und Entwurfsideen zu den Flachbauten, die sich vor den Weißen Riesen befinden. 1.Preisträger des Wettbewerbs ist Architekt Robert Wetzels, bob-architektur aus Köln. Der prämierte Entwurf ist Grundlage für die weitere Bearbeitung und die Erarbeitung des Bebauungsplans.

Um die verfolgte städtebauliche Zielsetzung und die Durchführung der Stadtumbaumaßnahme im Bereich der Weißen Riesen zu sichern und Maßnahmen, die sich auf die spätere Umsetzung negativ auswirken können, zu verhindern, hat die Stadt vorsorglich den Aufstellungsbeschluss für eine Durchführungssatzung gemäß § 171 d BauGB gefasst. Ebenso trat im Bereich der Weißen Riesen mit der Bekanntmachung am 10.11.2005 eine Satzung über das besondere Vorkaufsrecht gemäß § 25 Abs. 1 Nr.2 BauGB in Kraft.

Der Rat der Stadt Kamp-Lintfort hat am 21.06.2006 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan STA 147 - Entwicklungsbereich Weiße Riesen -  beschlossen. Mit Bekanntmachung im September 2010 wurde der erarbeitete vorhabenbezogene Bebauungsplan rechtskräftig. Auf dieser grundlage wurde Anfang 2011 mit dem Bau des neuen Einkaufszentrums EK3 („Einkaufszentrum Drei Eichen““) begonnen. Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde das EK3 am 05.07.2012 eröffnet.

Seither lässt sich feststellen, dass sich sowohl das unmittelbare Umfeld des Einkaufszentrums, als auch der übrige Einkaufsbereich positiv entwickelt hat.

Kontakt

Fraling, Monika

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Gogol, Arne

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