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Haus Frohnenbruch

Schlossallee 81, GPS: N 51°30'32, E 6°27'29

Haus Frohnenbruch befindet sich im Privatbesitz. Möchten Sie das Gelände betreten, melden Sie sich bitte vorher bei den Besitzern, Familie Bird, Telefon 0 28 42 / 4 10 00.

Als erzbischöflicher Besitz taucht der „Distriktus Vronenbroek" urkundlich 1301 erstmalig auf, die „Burg Vronenbroek" wird 1304 erwähnt. Heute existiert von der großen Wehranlage der „Reichsfreien Herrlichkeit Hoerstgen" nur noch das mächtige Wohnhaus. Gebäude und Ländereien werden als Gutshof bewirtschaftet.

Etwa 1533 bis 1749 lebten die Herren von Millendonk auf Burg Frohnenbruch. Das rauhbeinige Geschlecht führte ein rechtes Junkerleben. So auch die beiden Brüder Kraft und Balthasar von Millendonk, die ab 1589 hier herrschten. Kraft lebte mit seiner Magd Margarete Eykelberg unverheiratet zusammen und ehelichte sie erst nach dem sechsten Kind von ihm. Balthasar hielt sich neben seiner Frau noch die Geliebte Hilleken Brauhoff, mit der er einen Sohn zeugte.

Schlussstein Haus Frohnenbruch von 1622

Schlussstein der baulichen Erneuerung von 1622

Da waren Erbstreitigkeiten schon vorprogrammiert. Aber nicht nur untereinander gab es Streit, die Herren von Millendonk und ihre Nachfahren standen über hundert Jahre lang im ständigen Grenz- und Jagdgebiets-Streit mit der benachbarten Abtei Kamp, bei dem auch mehrmals auf beiden Seiten zu den Waffen gegriffen wurde. Einmal hätte sogar der Abt von Kamp persönlich bei einem „Jagdausflug" ins Millendonksche Gebiet den Herrn von Millendonk erschossen, wenn nicht ein braver Untertan dazwischen gegangen wäre. Auch der berühmteste Abt von Kamp, der als prunksüchtig geltende Abt Daniels (1733 bis 1749) - der Erbauer des Terrassengartens und der prächtigen Prälatur - hatte Zeit seines Amtes Streit mit dem Herrscher auf Frohnenbruch, Reichs-Frey-Herr Gotthard Kraft von Millendonk. Der Streit wurde erst beigelegt, als beide Herren kurz hintereinander im Jahre 1749 starben.

Das ewige Streiten kostete natürlich Geld. Und da waren die Herren von Millendonk sehr erfinderisch. In früheren Jahren gab es sehr oft Menschen, die heiraten wollten oder mußten, aber leider nicht durften. Schwierigkeiten machten entweder die Eltern, die Kirche oder Behörden. Und da sahen die Herren von Millendonk eine schöne Geldquelle. Als „Reichsfreie Herrlichkeit" durften sie nämlich eigene Gesetze erlassen. Die erwähnten Heiratswilligen ließen es sich gerne etwas kosten, das amtlich-kirchliche Ja-Wort sagen zu dürfen. Gegen Entrichtung einer saftigen „Gebühr" konnten die Brautleute mit Hilfe der mittlerweile evangelischen Hoerstgener Herrschaft gegen jedes herrschende Gesetz in den Stand der Ehe treten. Aus Hamburg, Frankfurt, Amsterdam und Brüssel, sogar aus Frankreich und England reiste man an, um hier den Trauschein zu erhalten. Ja, es wurden sogar Paare fremder Religionen getraut. Als es dem Pastor von Millendonks Gnaden zu bunt wurde und er protestierte, gab man ihm kurzerhand den Laufpass und setzte einen neuen, willigeren ein. Dieses Hochzeitsparadies endete erst, als die Franzosen unser Land besetzten und die Feudalrechte abschafften. Eine weitere Geldquelle sprudelte, als sie gegen einen „Schutzzoll" den jüdischen Mitbürgern erlaubten, sich in Hoerstgen niederzulassen. Diese zahlten gerne für ein ruhiges Plätzchen, wurden sie doch sonst allerorten verfolgt.

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