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Kloster Kamp

Abteiplatz 13, GPS: N 51°30'11, E 6°30'58

Die erste Zisterzienserabtei auf deutschsprachigem Boden bildete die Keimzelle des heutigen Stadtteils Kamp. Sie wurde am 31. Januar 1123 durch zwölf Mönche gegründet, die aus dem lothringischen Kloster Morimond kamen. Morimond, heute nur noch eine Ruine, war ein Tochterkloster des Klosters in Citeaux, das dem Orden seinen Namen gab. Ihr Gründer, der heilige Bernhard von Clervaux, war mit dem Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg befreundet und sandte ihm auf seine Bitten hin die Mönche unter ihrem Abt Heinrich I. zwecks Gründung eines Klosters zu. Die Stiftungsurkunde berichtet: "Wir haben ihnen jenen einsamen Ort übergeben, der allgemein Camp genannt wird" (aus lateinisch Campus = Feld).

Kloster Kamp

Die Abtei gelangte bereits in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung zu einer hohen Blüte. Das vermachte Land wurde teilweise als Pachthöfe vergeben, die sehr gefragt waren. Denn die Pächter profitierten von dem hohen Wissensstand der Mönche um Ackerbau und Viehzucht. Von hier aus verbreiteten die Mönche den eisernen Pflug, das Spalierobst, den Salat und die Weinbergschnecke. Ja, auch das Sauerkraut ist keine Erfindung der Bayern sondern wurde von hier aus in der westlichen Welt verbreitet! Und weit bevor die Holländer die erste Windmühle bauten, hatten die Mönche schon eine auf dem benachbarten Dachsberg errichtet. Die Abtei erhielt großen Zulauf und bald schon konnten Töchterklöster gegründet werden. Eine ansehnliche Zahl von Neugründungen ist aus dem Kloster Kamp hervorgegangen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weit in den baltischen Raum hinein bis nach Riga wurden über 100 Töchter- und Enkelklöster gegründet. Somit ist das Kamper Kloster zu einem westlichen Kulturträger für den damals noch nicht christianisierten Osten geworden.

Nach seiner Zerstörung im Truchsess-Kölnischen Kriege (1582-1589) wurde die Abtei erst um 1648, nach dem Westfälischen Frieden, wieder aufgebaut und erlebte eine Periode ihres größten Glanzes. In diese Zeit fiel auch die Schaffung des berühmten Terrassengartens unter Abt Franziskus Daniels. Sogar eine eigene Gerichtsbarkeit wurde durchgesetzt. Das Gerichtsgebäude steht noch heute und auch ein letztes Immunitätskreuz steht gegenüber der Zufahrt zum Kloster am Waldrand Diese Kreuze standen an allen Zuwegen zur Abtei. Flüchtete ein Gesetzesbrecher vor der Polizei und erreichte das Kreuz, unterstand er nun der Gerichtsbarkeit der Mönche. Diese war damals weit weniger grausam als die weltliche.

Details des Immunitätskreuzes am Kamper Berg

Immunitätskreuz am Kamper Berg

Doch dem prunkliebenden Abt Daniels gingen die Aufbauarbeiten nach dem Kriege nicht schnell genug voran. Statt die Holzbalken für die Gebäude wie üblich gut austrocknen zu lassen, ließ er frisch geschlagene Balken einbauen, was sich Jahre später rächte. Das frische Holz abeitete und zerstörte Dach und Wände. Die prunkvolle Prälatur und weitere Gebäude mussten schon wenig später wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

1802 wurde die Abtei im Rahmen der Säkularisation unter napoleonischer Herrschaft aufgelöst und die verbleibenden Gebäude verfielen ebenfalls. Es blieben nur die Kirche und der ehemalige Krankentrakt des Klosters stehen, die Kirchenschätze wurden in aller Herren Länder verstreut, die Mönche vertrieben. Der letzte Mönch der Abtei, Friedrich Michels, wurde als Pfarrer von Kamp eingesetzt. Sein Grab befindet sich auf dem sehenswerten Friedhof an der Zufahrt zum Kloster. Er hat eine Chronik über die Abtei verfasst, die wegen ihrer Genauigkeit von hohem geschichtlichen Wert ist.

1823 kam die Abtei durch eine Neuregelung der Bistumsgrenzen an das Bistum Münster. Es sollten aber noch über 150 Jahre vergehen, bis wieder klösterliches Leben auf Kamp herrschte. 1954 zogen feierlich Karmeliter-Mönche ein, die der Bischof von Münster nach Kamp berufen hatte. Sie führten bis Anfang 2003 die ehrwürdige Abtei als Kloster, bis auch sie aufgrund Nachwuchsmangels das Kloster aufgaben. Wiederum gab es bis 2010 einen letzten Mönch auf Kamp, Pater Georg, der vom Bischof die Aufgabe bekommen hatte, das Kloster mit Unterstützung der Stadt und der katholischen Pfarre der Stadt in die heute bestehende christliche Begegnungsstätte umzuwandeln.

In der Kirche der ehemaligen Abtei liegen Broschüren mit ausführlicher Information aus. Gegenüber der Kirche liegt in einem ehemaligen Schwesternstift das Museum Kloster Kamp, das über das Leben und Wirken der Zisterziensermönche - speziell auf der Abtei Kamp - informiert.

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